Embsen, Deutschland

ADAC FSZ Hansa: Rennlupos, Karts und ein Lärmstreit

ADAC-Zentrum in Embsen bei Lüneburg: Rennlupos aus dem Cup von 2003, Charity-Runden mit Supersportwagen, eine Vereinskartbahn und ein gewonnener Lärmstreit.

Anfahrt

Typ
Motorsportanlage
Eröffnung
2004
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„Sie sind der Meinung, ein kleiner VW-Lupo könne nicht schnell fahren? Unsere schon!” So warb das ADAC Fahrsicherheitszentrum Lüneburg 2006 für ein Training für Fahrer mit sportlichen Ambitionen: zuerst Übungen im eigenen Auto, dann Fahrten auf der Handlingstrecke des Zentrums in Rennlupos aus dem ADAC VW Lupo Cup von 2003, unter Anleitung eines Trainers mit Rennlizenz. Eine Rennstrecke gibt es in Embsen nicht. Es gibt ein Fahrsicherheitszentrum, 2004 eröffnet an der B 209 südlich von Lüneburg: 21 Hektar mit Gleitflächen, Kreisbahnen, Gefällestrecken und einem langen Rundkurs. Auf dem Gelände gab es achtzehn Jahre lang auch eine vereinseigene Kartbahn, und den Streit um ihren Lärm entschied 2024 das Verwaltungsgericht.

LageADAC-Straße 1, Embsen (Samtgemeinde Ilmenau, Landkreis Lüneburg), Niedersachsen; unmittelbar an der B 209
TypFahrsicherheitszentrum unter der Marke ADAC
In Betrieb seit2004
Fläche21 ha, davon 3,5 ha Offroad-Gelände
Module12, u. a. zwei Kreisbahnen mit Gleitbelag (60 und 80 m Durchmesser), dynamische Platten, Bremsstrecke, Gefällestrecke mit 7 % Neigung, Serpentinen, Rundkurs, Kartbahn, Offroad-Gelände
Längste StreckeModul 10 „Handlingstrecke”, Rundkurs von 1200–1600 m Länge und 6–12 m Breite, mit Curbs an den Rändern
Kartbahn810 m lang, 8 m breit, 13 Kurven; ehemaliger RSG-Hansa-Ring, seit 2023 im Besitz des Zentrums
BetreiberADAC Fahrsicherheitszentrum Hansa GmbH & Co. KG, Geschäftsführer Carsten Bohnensack
Für AmateurePkw-Sportfahrer-Training im eigenen Auto: 269 Euro für ADAC-Mitglieder, 279 Euro für alle anderen (Stand 4.10.2026), nach dem Pkw-Intensiv-Training
Statusin Betrieb

Einundzwanzig Hektar an der B 209

Arno Reglitzky, damals Vorstandsmitglied des ADAC Hansa, des regionalen ADAC-Clubs, sparte bei der Eröffnung des Zentrums 2004 nicht mit Lob: „Es ist sensationell, was die Behörde hier geleistet hat”. Sechzehn Jahre später erinnerte die „Landeszeitung für die Lüneburger Heide” an diese Worte als Spur aus einer Zeit, in der das Verhältnis des Automobilclubs zur örtlichen Politik noch in Ordnung war. Das Gelände liegt in der Gemeinde Embsen, an der B 209 in Richtung Soltau und Amelinghausen. Im Entwurf des Bebauungsplans für das neue Gewerbegebiet südlich des Zentrums beschrieben die Planer der Gemeinde die Umgebung als Landschaft aus Feldern, Kiefernwald, Windrädern, ADAC-Gelände und dem Gewerbegebiet Embsen-Melbeck; zwischen diesem Gebiet und dem Zentrum liege eine „markante Gipshalde”. Im Jahr 2006 gab das Zentrum an, Hamburg (55 km) sei von hier „in wenig mehr als einer halben Stunde erreichbar”, nach Bremen seien es 120 km.

Die Beschreibung des Zentrums änderte sich schneller als das Zentrum selbst. Im November 2005 stand in den Metadaten seiner Internetseite „das größte und modernste Fahrsicherheitszentrum in Europa”, mit 14 Modulen auf rund 25 Hektar. Im Juni 2006 sprach dieselbe Seite nur noch von 12 Modulen auf 21 Hektar und nannte das Zentrum „eines der größten und modernsten in Norddeutschland”. Heute schreibt der ADAC vom größten und modernsten Zentrum dieser Art in Norddeutschland, mit 12 Modulen auf 21 Hektar und 3,5 Hektar Offroad-Gelände.

Die Übungen finden auf nummerierten Modulen statt. Die beiden Kreisbahnen haben 60 und 80 m Durchmesser. Für die kleinere gibt der Betreiber einen Reibwert der nassen Gleitfläche von etwa 0,2 an, gegenüber etwa 0,6 für nassen Asphalt auf der Bremsstrecke. Auf Modul 4 bringt eine dynamische Platte von 9,2 mal 4,8 m Lkw und Pkw auf einer 118 m langen glatten Fläche ins Rutschen. Modul 5 ist eine Bremsstrecke mit Asphalt, Gleitbelag, Beton und Pflaster sowie einem Anlauf, der Notbremsungen aus 100 km/h erlaubt. Modul 8 ist ein Gefälle mit 7 % Neigung und einer glatten Kurve, Modul 9 sind Serpentinen, die bergauf und bergab befahren werden, und im Offroad-Gelände gibt es eine 20 m hohe Erhebung mit Auffahrten von bis zu 45 % Neigung.

Am wichtigsten für Fahrer mit sportlichen Ambitionen ist Modul 10, das der Betreiber „Handlingstrecke” oder einfach „Rundkurs” nennt: ein Kurs, der enge und lange Bögen verbindet und 2007 als Strecke rund um das ganze Zentrum beschrieben wurde. Im Jahr 2006 wurde ihre Länge mit 1,2 km angegeben. Der aktuelle Prospekt des Betreibers nennt 1200–1600 m Länge und 6–12 m Breite, mit Curbs an den Rändern, Markierungen für Spurhalteassistenten und der Möglichkeit, die Strecke in Abschnitte zu unterteilen.

Cup-Lupos und Supersportwagen für Kinder

In den ersten Jahren leitete der Niederländer Sybe Schaap das Zentrum. Im Herbst 2007 löste ihn Bernd Fischer ab, seit zwei Jahren Vertriebsleiter, von Beruf Banker, zuvor Inhaber zweier Motorradgeschäfte und Veranstalter von Motorradreisen nach Namibia. Die Mitteilung über seine Ernennung zählte Veranstaltungen auf, die er angestoßen hatte, u. a. die Charity Challenge, den Motorrad StartUp Day im Frühjahr und einen Nostalgietag am Tag der Deutschen Einheit.

Das Sporttraining von 2006 verband zwei Welten. Im ersten Teil des Tages übten die Teilnehmer in ihren eigenen Autos Sitzposition, Lenk- und Blicktechnik, Slalom als Vorbereitung auf die Ideallinie und die Fahrt über die hydraulische dynamische Platte. Danach wechselten sie in Originalfahrzeuge des ADAC VW Lupo Cup von 2003 und fuhren auf dem Rundkurs „im Renntempo”. Der Tag kostete 395 Euro mit Vollverpflegung. Im Jahr 2013 teilte das Zentrum dieses Programm in zwei. Cheftrainer Gerd Schulz erklärte: „Bei unserem früheren Sportfahrertraining saßen die Teilnehmer dagegen nur einen halben Tag im eigenen Auto und nutzten für die zweite Tageshälfte die Rennlupos unseres Fahrsicherheitszentrums. Der Wunsch, am eigenen Steuer zu sitzen, war bei den sportlichen Fahrern allerdings größer”. Das neue Sporttraining fand ausschließlich in den eigenen Autos statt und endete mit 90 Minuten geführter Fahrt auf dem Rundkurs, während die Volkswagen Cup-Lupo GTI 1.6 16V ein eigenes Format bekamen.

Am lautesten ging es jedoch an den Tagen zu, an denen Supersportwagen auf den Rundkurs fuhren. Im August 2006 fuhren rund hundert Sportwagenbesitzer, von Ferrari und Lamborghini bis zu Wiesmann, Zuschauer über die 1,2 km lange Handlingstrecke. Gegen eine Spende von 10, 20 oder 30 Euro, je nach Fahrzeugkategorie, konnte man als Beifahrer mitfahren, und die reibungslose Organisation erlaubte 8 bis 10 Runden. Die Veranstaltung sahen über 1500 Besucher, und mehr als 4150 Euro gingen an den Verein „eigenes Leben” zur Hilfe für Kinder, die an Schmerzen oder lebensverkürzenden Krankheiten leiden. Ein Jahr später sammelte man Geld für die NCL-Stiftung, die die Forschung zu einer unheilbaren Kinderkrankheit finanziert. In der Ankündigung des Betreibers standen auf der Liste der Autos Porsche Carrera GT, Dodge Viper, Lamborghini Murciélago und Isdera Imperator, und ab 14.30 Uhr sollte Thorsten Laussch, den Zuschauern des Hamburger Senders Hamburg 1 als „Hausmeister Rudi” bekannt, die Moderation übernehmen und den Verkauf der Tombolalose. Für den 14. August 2011 wurde die sechste Ausgabe mit über 150 Autos angekündigt.

Ähnlich liefen die sommerlichen Treffen ab. Zum vierten Sportwagentreffen am 1. Juli 2007 kündigte das Zentrum über 200 Teilnehmer an, darunter Ferrari F40, Lamborghini Murciélago, Bentley Continental GT und Mercedes SLR McLaren, sowie ein eigens für sie zusammengestelltes Trainingsprogramm. Die Mitteilung warb mit einem einfachen Argument:

Auf dem Handlingkurs des FSZ gibt es weder Geschwindigkeitsbegrenzung noch Gegenverkehr, wie sonst im Verkehrsalltag.

Das Zentrum empfing auch Fußballer. Im Oktober 2006 kam zum ersten Fantag des Hamburger SV der niederländische Nationalspieler Rafael van der Vaart; rund 500 Fans warteten auf ihn, und die Veranstaltung besuchten etwa tausend Menschen, die u. a. mit einem Profi über den Rundkurs fahren konnten. Das Motorradtreffen im Frühjahr, der Motorrad StartUp Day, zog im April 2013 über 12.000 Menschen an, was die verantwortliche Mai-Britt Kähne einen Besucherrekord nannte.

Ruhig ging es an der Spitze nicht zu. Im Dezember 2015 gab der ADAC bekannt, die Gesellschafterversammlung habe den Geschäftsführer Bernd Beer mit sofortiger Wirkung abberufen. Vorübergehend führte Carsten Bohnensack die Gesellschaft, und die operativen Geschäfte übernahm wieder Sybe Schaap. Anfang März 2016 teilte der ADAC mit, dass der 55-jährige Paul Droßard die Leitung des Zentrums übernehme, zuvor Geschäftsführer des Kartcenters Schumacher's Motodrom in Bispingen. Heute führt Bohnensack die Gesellschaft und Andreas Baus als Prokurist das Zentrum.

RSG-Hansa-Ring: 810 Meter Vereinstraum

Die Rennsportgemeinschaft Hamburg, kurz RSG, entstand am 7. Januar 1972, als 22 Mitglieder den Bundeswehr-Motor-Club verließen. Sie begann mit Autoslaloms, organisierte dann Kartrennen, und nach Angaben des Clubs bereitete sie 1995 das erste Autorennen auf dem Motorradkurs in Assen vor. Im Jahr 2004 „hatte sich dann endlich unser Traum erfüllt”, wie der Club schreibt: Auf dem Gelände in Embsen baute die RSG eine eigene Kartbahn, den RSG-Hansa-Ring, 810 m lang und 8 m breit. Das erste Kartraining fand dort am 14. August 2004 statt, der erste Autoslalom am 18. September. Der für dieses Jahr angekündigte Rallyesprint wurde abgesagt, weil sich zum ersten Meldetermin zu wenige Teams angemeldet hatten. Das Zentrum beschrieb die Bahn als sein Modul 11, mit Fahrerlager und Gebäude, vom Club betrieben. Der heutige Pächter zählt auf ihr 13 Kurven.

Im Jahr 2010 wurde auf der Kartbahn und den Plätzen des Zentrums der ADAC-Hansa-Slalom als Lauf zur Deutschen Meisterschaft ausgetragen, gemeinsam mit dem AC Ilmenau und dem MC Elbe vorbereitet. Im Jahr 2014 verzeichnete der Club die letzte Ausgabe dieser Veranstaltung in Embsen, und 2019 veranstaltete er auf seiner Bahn das letzte Kartrennen. Im Januar 2021 starb der langjährige Kassenwart Dieter Baguhn, im März 2022 Ingo Meyer, seit fünfzig Jahren Vorsitzender des Clubs. Am 13. Oktober 2022 beschlossen die Mitglieder einstimmig, die RSG aufzulösen, und am 1. Januar 2023 ging die Bahn in das Eigentum des Zentrums über. Seit 2023 pachtet der Lüneburger Unternehmer Alexander Diercks die Bahn; laut „Landeszeitung” sind hier gern Gäste von Kindergeburtstagen und Firmenfeiern unterwegs. Nach Angaben ehemaliger RSG-Mitglieder gilt: „Am 21.10.24 wurde uns per Mail vom Fahrsicherheitszentrum mitgeteilt, dass mit sofortiger Wirkung auf der Kartbahn kein Training für Rennkarts mehr angeboten wird”; der Club betont, dies sei eine Entscheidung des Zentrums gewesen, nicht des Pächters.

Blauer Himmel über Ilmenau

Lärm war in Embsen schon lange ein Thema. Im Jahr 2015 wollte der Automobilclub Ilmenau auf der Kartbahn Slaloms austragen, und da der Bebauungsplan eine solche Nutzung nicht vorsah, musste der Gemeinderat die Änderung genehmigen. Die Bürgerinitiative „Blauer Himmel über Ilmenau” verteilte ein Flugblatt mit der Parole „Hansaring in Embsen geplant!” und dem Foto eines Formel-1-Boliden und sammelte nach eigenen Angaben fast 400 Unterschriften. Embsens Bürgermeisterin Anne-Carin Büttner nannte die Vorwürfe unwahr. Bis zum Tag vor Erscheinen des Artikels in der „Landeszeitung” hatte die Gemeinde dazu drei Schreiben erhalten, zwei gegen die Slaloms und eines dafür. Im Jahr 2017 prüfte der Landkreis einen Antrag des Zentrums auf Änderung des Betriebs der Kartbahn; es gingen Einwendungen ein, und die Behörde setzte ihre öffentliche Erörterung auf den 25. September 2017 an.

Im November 2020 schrieb die „Landeszeitung”, das Zentrum mache Verluste und der ADAC wolle das Gelände auch für Veranstaltungen ohne Bezug zu Trainings vermieten, wofür die Samtgemeinde Ilmenau und die Gemeinde Embsen ihre Bebauungspläne ändern müssten. Im Jahr 2021 untersagte der Landkreis den Einsatz von Karts, die lauter als 105 dB(A) sind, und das gleichzeitige Fahren von mehr als sechs Karts dieser Lautstärke, mit der Begründung, die Genehmigung von 2004 habe einen solchen Betrieb der Bahn von Anfang an nicht umfasst. Der ADAC legte Widerspruch ein und erhob nach dessen Zurückweisung 2022 Klage. Am 20. September 2024 hob die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts Lüneburg das Verbot auf. Nach Auffassung des Gerichts ließ sich weder dem Antrag noch den damaligen Lärmgutachten noch dem Inhalt des Bescheids eine Beschränkung von Art oder Anzahl der Karts entnehmen, und nichts deutete auf eine Überschreitung der zulässigen Werte an den nächstgelegenen Häusern hin. Zum Zeitpunkt der Verkündung war das Urteil nicht rechtskräftig; der Landkreis konnte die Zulassung der Berufung beantragen.

Das nächste Haus steht 750 m von der Bahn entfernt, und die den ADAC vertretende Rechtsanwältin Franziska Rode erklärte, der Tagwert von 55 dB für Wohngebiete sei und werde eingehalten, wie aufeinanderfolgende Gutachten bestätigten. Diercks rechnete vor, dass zur Zeit der ursprünglichen Genehmigung die Flotte seines Vorgängers mit etwa 90 dB pro Kart fuhr, später eine Flotte mit 83 dB, und seine 28 neuen Karts, für 180.000 Euro gekauft, kämen auf 75 dB. Der Umweltverband „Blauer Himmel über Ilmenau”, der in der Verhandlung zu Wort kommen konnte, wollte nicht mit der Presse sprechen. Peter Rowohlt, Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau, sagte der Zeitung: „Es gab seit zwei Sommern nicht eine Beschwerde wegen Lärm”.

Im eigenen Auto über Modul 10

Für Amateurfahrer führt der Weg auf den Rundkurs heute über ein Training. Der erste Schritt ist das ADAC Pkw-Intensiv-Training: 8,25 Stunden, höchstens 12 Teilnehmer, 199 Euro für ADAC-Mitglieder und 209 Euro für alle anderen, mit Bremsen auf verschiedenen Untergründen, Slalom und dem Beherrschen des Ausbrechens auf der dynamischen Platte. Erst danach kann man sich zum Pkw-Sportfahrer-Training anmelden, bei dem laut Betreiber alle Fahrzeugtypen willkommen sind, „vom GTI bis zum Ferrari”. Es dauert ebenfalls 8,25 Stunden, nimmt höchstens 10 Teilnehmer auf und kostet 269 Euro für ADAC-Mitglieder und 279 Euro für alle anderen. Das Programm umfasst Bremsen auf einen markierten Punkt aus höheren Geschwindigkeiten, Stabilisieren eines ausbrechenden Autos, Fahren auf Serpentinen und den sogenannten Schweizer Slalom, und am Ende des Tages übertragen die Teilnehmer das Gelernte auf den Rundkurs. Die Trainings finden auch im Winter und bei Regen statt. Am 4. Oktober 2026 zeigte das Buchungssystem für diesen Monat zwei Termine: den 14. Oktober mit vier freien Plätzen und den 30. Oktober mit acht. Auf die Frage nach dem Verschleiß des Autos antwortet der Betreiber, ein ganztägiges Training entspreche etwa einer Stunde Volllast auf der Autobahn, und beim Sporttraining sei der Verschleiß „ein wenig Höher”.

Freies Fahren auf dem Rundkurs verkaufte das Zentrum nicht einmal dann, als es das Wort Trackday benutzte. Im Jahr 2013 war sein „Track-Day-Training” ein Abendtraining von 16.45 bis 21.00 Uhr für 129 Euro, in höchstens zwei Gruppen zu je zehn Personen, mit einem Finale auf der „Rundstrecke mit Höhenprofil”. Voraussetzung war ein absolviertes Pkw-Intensiv-Training, und die Ausschreibung stellte klar: „Kein Rennstreckentraining”, „kein freies Fahren”, und die Fahrzeuge durften höchstens 92 dB laut sein. Im selben Jahr, am 22. März und 27. September, führte das Zentrum Lehrgänge für 495–525 Euro durch; ein Teilnehmer mit positiver Beurteilung erhielt danach die Bescheinigung, die für den Antrag auf die nationale Lizenz A des Deutschen Motor Sport Bundes DMSB nötig war. Das Reglement stellte klar: „Weder die Fahrübungen noch das freie Fahren auf dem Handlingkurs/der Rundstrecke dienen der Erzielung von Höchstgeschwindigkeiten”.

Auch externe Veranstalter nutzen den Rundkurs. Für den 13. August 2021 lud Oldtimer Trackdays zum zweiten Abend für zugelassene Fahrzeuge von Baujahr 2000 und älter, da der erste Termin schnell ausverkauft war: Vier Gruppen zu je 12 Fahrzeugen sollten alle halbe Stunde zwischen dem Rundkurs und dem Set aus Kreisbahn, Gefälle und Serpentinen wechseln, ADAC-Trainer sollten die Fahrer per Funk führen, und die Teilnahme kostete 119 Euro inklusive Grillen. Der Veranstalter betonte, es handle sich um „kein Rennen, sondern um ein erweitertes Sicherheitstraining mit freiem Fahren”, für das keine Lizenz nötig sei. Im Juni 2017 kamen zu den vom Bundesverkehrsministerium unterstützten „Track & Safety Days” 40 Tuningfans mit tiefergelegten Autos auf breiten Reifen. Fahrten auf wasserüberfluteter Fahrbahn verband man mit Workshops mit Polizisten und Sachverständigen. „Die Teilnehmer sollen hier nicht lernen, wie man besonders schnell um die Kurve fährt, sondern besonders sicher”, sagte Jan Henning Klapper von der Initiative „Tune it! Safe!”.

Die Kartbahn, auf der die RSG im August 2004 das erste Training durchführte, dient heute vormittags als Verkehrsübungsplatz. Dort darf ausschließlich mit einem Pkw gefahren werden, ab 16 Jahren, mit einer Begleitperson, die seit mindestens drei Jahren den Führerschein besitzt und nicht aus dem Auto aussteigen darf, mit höchstens 30 km/h und nach den Straßenverkehrsregeln. Die Seite des Betreibers nennt vier Übungen: Rechts vor links, Wenden, Anfahren und Rückwärtseinparken.

Chronik

  • 2004: Eröffnung des Zentrums; die RSG baut auf seinem Gelände die Kartbahn RSG-Hansa-Ring, erstes Training am 14. August
  • 2006: Sporttraining mit Rennlupos aus dem Cup von 2003; im August Charity Challenge mit rund hundert Sportwagen
  • 2007: Charity Challenge zugunsten der NCL-Stiftung; im Herbst wird Bernd Fischer Geschäftsführer
  • 2010: ADAC-Hansa-Slalom als Lauf zur Deutschen Meisterschaft auf der Kartbahn und den Plätzen des Zentrums
  • 2013: Sporttraining ausschließlich in den eigenen Autos, Lupo-Fahrten als eigenes Format; abendliches „Track-Day-Training”
  • 2014: letzter ADAC-Hansa-Slalom in Embsen
  • 2015: Streit um Slaloms auf der Kartbahn; im Dezember Abberufung von Bernd Beer
  • 2016: Paul Droßard übernimmt die Leitung
  • 2017: 25. September Erörterung der Einwendungen gegen Änderungen im Betrieb der Kartbahn
  • 2019: Eröffnung des Verkehrsübungsplatzes; letztes Kartrennen der RSG
  • 2021: Verbot des Landkreises für Karts lauter als 105 dB(A)
  • 2022: Klage des ADAC; 13. Oktober Beschluss zur Auflösung der RSG
  • 2023: 1. Januar geht die Kartbahn in das Eigentum des Zentrums über
  • 2024: 20. September Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg zugunsten des Zentrums; 21. Oktober Ende des Trainings für Rennkarts
Quellen (44)