Schönwald, dzielnica Waldow, Deutschland
Spreewaldring: die Strecke, die gegenüber den Gokarts entstand
Spreewaldring in Waldow bei Berlin: von der Kartbahn der 1990er Jahre über das 2,7 km lange Motodrom von 2007 bis zum Festival Built not Bought.
- Typ
- Rennstrecke
- Länge
- 2,7 km
- Eröffnung
- 2007

Im Mai 2007 lief auf der Website des Spreewaldring Training Centers ein Countdown, darunter stand die Ankündigung: Im Juni geht das neue Motodrom an den Start. Gegenüber der bestehenden Kartbahn in Waldow, einem Dorf im brandenburgischen Spreewald, entstand eine rund 2,7 km lange asphaltierte Rennstrecke, gedacht als Ort für Trainings abseits öffentlicher Straßen. Der Satz, der diese Seite abschloss, war kurz: „Asphalt kann jeder“. Den Gründern ging es nicht um eine weitere Rennarena, sondern um eine Fahrschule für Menschen, die ihre eigenen Grenzen und die ihres Autos ausloten wollen.
| Lage | Schönwald, Ortsteil Waldow, Landkreis Dahme-Spreewald, Brandenburg; an der Autobahn A13, etwa 35 Minuten Fahrt vom Potsdamer Platz in Berlin |
| Typ | permanente Schulungs- und Trainingsstrecke für Autos und Motorräder |
| Länge und Konfiguration | 2,7 km, Breite 10 m; dank einer Abkürzung zwei Varianten der Schleife, eine schnelle und eine technische (Speed und Handling) |
| Eröffnungsjahr | 2007; Eröffnungsveranstaltung am 15. Juli 2007 |
| Fahrtrichtung | im Uhrzeigersinn |
| Anzahl der Kurven | 17 (10 rechts, 7 links) |
| Infrastruktur | Boxenhalle 500 m², Boxengasse 200 m, Fahrerlager 5400 m², natürliche Tribüne von 300 m Länge |
| Lärmgrenzwert | 98 dB(A) in der Nahfeldmessung |
| Betreiber | STC Spreewaldring Training Center GmbH |
| Wichtigste Veranstaltungen | Time Rounds Cup, Festival Built not Bought |
| Status | in Betrieb |
Am Anfang war das Kart
Reinhard Budde und Heiko Brademann haben, wie es ein Reporter des regionalen Magazins Top Magazin Brandenburg formulierte, die Kartbahn um 1995 „in den märkischen Sand gesetzt“; 2015 sprach Budde von „ziemlich genau 20 Jahren“ seit der Gründung, ein Jahr später trug er ein T-Shirt mit dem Aufdruck „20 Jahre Kart-Center“. Der Standort war nicht die erste Wahl. „Eigentlich wollten wir näher an die Stadtgrenze, aber schnell zeigte sich, dass wir im Spreewald gut aufgestellt sind“, erinnerte sich Budde. Die Anlage wuchs, wie er es nannte, „in kleinen gesunden Schritten“: Es kamen ein Fahrerlager, eine Boxengasse, Gastronomie, eine Flutlichtanlage mit 20.000 W, eine automatische Zeitmessung, Kiesbetten und Streckenposten hinzu.
Die Kartbahn ist 800 m lang; geübte Fahrer bringen die Karts darauf auf bis zu 80 km/h. Seit 2007 findet hier der Brandenburg-Cup statt, ein Rennen, bei dem zu gleichen Teilen Teams von Banken und Unternehmen aus der Region starten. Die Idee kam von Miloš Stefanović, dem Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Brandenburg, der anlässlich der „Gründertage“ 2007 die ausgezeichneten Unternehmer mit einem Rennen auf der Bahn in Waldow ehrte. Bis zur zehnten Auflage im Mai 2016 hatten 91 verschiedene Teams teilgenommen, im Schnitt 34 pro Jahr, und das Startgeld ging traditionell an wohltätige Zwecke. Budde schätzte 2015, dass 80 Prozent der Veranstaltungen auf der Kartbahn Firmenbuchungen seien.
Asphalt auf der anderen Straßenseite
Die Rennstrecke bauten Reinhard Budde und Manfred Werker neben der damals seit über zwölf Jahren bestehenden Kartbahn. Für Juni angekündigt, startete sie mit leichter Verzögerung: Die Eröffnungsveranstaltung fand am 15. Juli 2007 statt, bei einer Hitze von über 35 Grad und wolkenlosem Himmel. Das Portal go-kart.de berichtete, dass Motorsportbegeisterte aus der ganzen Region nach Waldow kamen; eine Band spielte live, Oldtimer wurden präsentiert und Fahrten im Renntaxi verlost. Unter den Gästen war der sechsjährige Mike Beckhusen, vorgestellt als Nachwuchstalent des ADMV, der einen Tag später mit seinem Vater zum Nürburgring fahren sollte, außerdem das Berliner Team H.A.R.D. Speed mit seinen Dacia Logan aus dem Dacia Logan Cup sowie die Rallyefahrer Romano Schultz und Jean Ihlefeldt, die ihr Auto als Taxi zur Verfügung stellten. Dasselbe Portal urteilte, die neue Anlage auf halbem Weg nach Cottbus sei eine Alternative zu den größeren Strecken der Umgebung, Oschersleben und EuroSpeedway (dem heutigen Lausitzring), sowohl für Amateure als auch für Teams, die ihre Autos vor Rennen testen.
Die Strecke selbst misst in der Beschreibung des Betreibers 2,7 km bei 10 m Breite und hat 17 Kurven, zehn rechte und sieben linke; gefahren wird im Uhrzeigersinn. Ein Verbindungsstück erlaubt zwei Varianten der Schleife, eine schnelle und eine technische, und ein Teil der Strecke lässt sich bewässern. Daneben stehen eine Boxenhalle von 500 m² mit Strom, Starkstrom, Wasser und Druckluft, ein Schulungsraum von 50 m² mit multimedialer Ausstattung, eine 200 m lange Boxengasse und ein Fahrerlager von 5400 m². Den Zuschauern steht eine natürliche Tribüne von 300 m Länge zur Verfügung. Die Anlage umfasst rund 25 ha direkt an der Autobahn A13; der Betreiber hebt die Nachbarschaft des Wasserparks Tropical Islands und der Hotels im Umkreis einer Viertelstunde Fahrt hervor.
Schule statt Arena
Von Anfang an bestimmte nicht der Wettkampf das Profil des Spreewaldrings, sondern das Lernen. Schon 2007 kündigte der Betreiber freies Fahren für jedermann an, auch als Ergänzung der Fahrausbildung, Veranstaltungen für Clubs, Gruppen und Teams, Tests für Hersteller von Zubehör und Tuningteilen sowie Präsentationen für Autohäuser und Hersteller. Gut ein Dutzend Jahre später sah das Angebot ähnlich aus, nur breiter: Motorradkurse vom Grundlagentraining der Kurventechnik bis zum fortgeschrittenen Renntraining, der STC-Lizenzkurs, Autotrainings, Fahrten in Boliden der Formel König und der Formel Masters, der Time Rounds Cup, vom Betreiber als Fahr- und Renntraining beschrieben, sowie ein Sportfahrertraining mit Marc Basseng, dem FIA-GT1-Weltmeister.
Es gelten Lärmgrenzwerte: Mehr als 98 dB(A) in der Nahfeldmessung sind nicht erlaubt; wer dagegen verstößt, wird ohne Erstattung der Gebühr von der Veranstaltung ausgeschlossen. Die Kartbahn auf der anderen Straßenseite wird von einer eigenen Gesellschaft betrieben, der Spreewaldring Kart-Center GmbH. Sie leitet heute Tassilo Budde, der Sohn des Gründers; Heiko Brademann, der von Anfang an dabei ist, ist geschäftsführender Gesellschafter und Rennleiter. Gegen Ende der Saison 2026 zeigte der Belegungskalender der Kartbahn ganze Tage, die für geschlossene Veranstaltungen geblockt waren; Fahrten mit Ticket passten nur in die verbleibenden Lücken.
Built not Bought
Im Juni übernimmt Built not Bought die Strecke, ein Rennfestival „für Hobby-Racer, Schrauber und Rennsport-Fans“, das 2022, wie der Märkische Bote schrieb, „nach dem großen Erfolg der letzten Jahre“ nach Waldow zurückkehrte. Auf die Strecke gehen Klassiker, Custom Bikes und Rennmaschinen, solo und mit Seitenwagen; neben den Rennen gibt es Lagerfeuer, Grill, Zeltplatz, eine Party im Fahrerlager und die „Schraubermeile“, eine Ausstellerallee, auf der Handwerker ihr Können zeigen. 2022 kostete die Tageskarte 15 Euro, die Wochenendkarte 25 Euro, Kinder bis 14 Jahre hatten freien Eintritt.
Diese Auflage, ausgetragen am 11. und 12. Juni 2022 in zehn Klassen für Solisten und Gespanne, endete in einer Tragödie. Am Samstagnachmittag verlor ein 48-jähriger Motorradfahrer im Bereich einer Kurve die Kontrolle über seine Maschine, prallte gegen eine Leitplanke und starb trotz des herbeigerufenen Notarztes noch an der Unfallstelle. Nach Angaben der Polizei, auf die sich die Agentur dpa berief, fuhr er allein, und Ermittlungen zu den Ursachen wurden eingeleitet. Keine der verfügbaren Quellen beschreibt Änderungen an den Sicherheitseinrichtungen der Strecke nach diesem Unfall.
Abgesehen von diesem einen Wochenende füllen Testfahrten in Boliden, Motorradtrainings für Anfänger, freies Fahren und die Vermietung der Strecke für geschlossene Veranstaltungen den Kalender. Der Satz von 2007 passt weiterhin zu diesem Ort: Asphalt verlegen kann jeder, und der Spreewaldring lebt seit fast zwei Jahrzehnten von dem, was man auf ihm macht.
Chronik
- um 1995: Reinhard Budde und Heiko Brademann eröffnen in Waldow eine 800 m lange Kartbahn
- 2007: erster Brandenburg-Cup, ein Kartrennen der Banken und Unternehmen aus der Region
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- Juli 2007: Eröffnungsveranstaltung des Spreewaldring Training Centers, einer rund 2,7 km langen Rennstrecke, gebaut von Reinhard Budde und Manfred Werker
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- Mai 2016: zehnte Auflage des Brandenburg-Cups auf der Kartbahn
- 11.–12. Juni 2022: Festival Built not Bought; am Samstag stirbt ein 48-jähriger Motorradfahrer
Quellen (10)
- Spreewaldring Training Center GmbH, Startseite, stc-motodrom.de, 2007-05-16 [de]
- Spreewaldring Training Center GmbH, Infos zur Rennstrecke, stc-motodrom.de, 2019-07-24 [de]
- Eröffnung des Spreewaldring Training Center (STC) am 15.07.2007 war ein voller Erfolg, go-kart.de, 2007-07-15 [de]
- Spreewaldring Training Center GmbH, Lärmschutz, stc-motodrom.de, 2019-07-24 [de]
- Race-Festival BUILT NOT BOUGHT auf dem Spreewaldring bei Waldow, Märkischer Bote, 2022-06-06 [de]
- Zündfunke Teamgeist, Top Magazin Brandenburg, 2015-07-05 [de]
- Brigitte Menge, Reifen, Runden und Rekorde, Top Magazin Brandenburg, 2016-07-10 [de]
- Spreewaldring Kart-Center GmbH, Unsere Kartbahn / Team, kart-center.de [de]
- dpa, Motorradfahrer stirbt auf Rennstrecke «Spreewaldring», Berliner Zeitung, 2022-06-12 [de]
- Motorrad Race Festival: Tödlicher Rennunfall auf dem Spreewaldring, Niederlausitz aktuell, 2022-06-12 [de]