Lang, Österreich
ÖAMTC Lang/Lebring: das Fahrtechnik Zentrum, das aus dem A1-Ring hervorging
ÖAMTC-Zentrum in Lang bei Graz: Nachfolger des A1-Ring-Zentrums, Läufe der Drift-Staatsmeisterschaft, ein Rallye-Weltmeister als Leiter und ein 1-km-Rundkurs für Amateure.
- Typ
- Motorsportanlage
- Länge
- 1 km
- Eröffnung
- 2004

Am 10. Juni 2003 kündigte der österreichische Automobilclub ÖAMTC das Ende der Fahrsicherheitstrainings am A1-Ring in Spielberg an: Die Strecke übernahm der Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz, und der Club musste sein Zentrum anderswo unterbringen. Das erste der beiden neuen steirischen Zentren wurde am 20. Juli 2004 in der Gemeinde Lang eröffnet, rund 20 km südlich von Graz, auf der Westseite der Autobahn A9. Das ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Lang/Lebring verfügt heute über sechs Hektar Asphalt und einen einen Kilometer langen Rundkurs namens Handlingparcours, und Hobbyfahrer üben hier mit dem eigenen Auto. Seit 2025 leitet es ein Rallye-Weltmeister, dessen Karriere mit einer Sichtung auf demselben A1-Ring begann.
| Lage | Jöß, Gewerbegebiet 1, 8403 Lang, Bezirk Leibnitz, Steiermark; ca. 20 km südlich von Graz, Autobahnabfahrt Lebring an der A9 |
| Typ | Fahrtechnikzentrum (Fahrtechnik Zentrum) des Automobilclubs ÖAMTC |
| Eröffnung | 20. Juli 2004, nach sieben Monaten Bauzeit |
| Baukosten | ca. 6 Mio. Euro laut Planung vom Juni 2003 |
| Fläche | ca. 60.000 m², fünf Trainingspisten |
| Rundkurs | Handlingparcours, 1 km, für Pkw und Motorräder |
| Ausstattung | computergesteuerte Wasserhindernisse, Hydraulikplatte für Schleuderübungen, Becken für Aquaplaning-Übungen, Gefällestrecken, Gleitbeläge, Offroad-Gelände |
| Teilnehmer | 150.095 in den ersten zwanzig Jahren; geplante Kapazität 14.000 Personen pro Jahr |
| Betreiber | ÖAMTC Fahrtechnik GmbH; Zentrumsleiter Andreas Aigner (seit 1.1.2025) |
| Veranstaltungen | Läufe der österreichischen Staatsmeisterschaft im Driften (sieben bis 2015), Sonderprüfung der Oldtimer-Rallye Südsteiermark Classic |
| Für Amateure | Dynamik Training PKW im eigenen Auto, abgeschlossen mit einer Fahrt auf dem Rundkurs; 279 Euro (Stand 4.10.2026) |
| Status | in Betrieb |
Die Strecke, die man abgeben musste
Das Zentrum in Lang ist ein Kind einer Rennstrecke, die es in dieser Form nicht mehr gibt. 1996 wurde der Österreichring in Spielberg umgebaut: Er erhielt neue Auslaufzonen, wurde auf 4,3 km verkürzt und in A1-Ring umbenannt. Der ÖAMTC verpflichtete sich, die Strecke kostendeckend zu betreiben, richtete daneben ein Fahrtechnik-Zentrum ein, und in den Jahren 1997–2003 kehrte die Formel 1 auf den A1-Ring zurück. Laut der Firmenchronik der ÖAMTC Fahrtechnik begann der Betrieb am A1-Ring 1997. Nach dem letzten Grand Prix wurde das Gelände an Dietrich Mateschitz verkauft; 2004 übernahm Red Bull die Strecke, der ÖAMTC war nicht mehr ihr Pächter, und der alte A1-Ring wurde noch im selben Jahr abgerissen.
Die Presseaussendung vom Juni 2003 ließ keinen Zweifel offen. Erich Sedelmayer, der damals gemeinsam mit Franz Wurz die Fahrsicherheitszentren des ÖAMTC leitete, sagte darin:
„Der Bau der neuen Zentren wurde durch die Übernahme des A1-Ringes durch Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz nötig. Bis zur Fertigstellung der beiden steirischen Fahrsicherheitszentren des Clubs wird der Übungsbetrieb noch am A1-Ring durchgeführt, danach wird es dort keine Fahrsicherheitstrainings mehr geben“.
Der Club kündigte damals eine Investition von über 8 Mio. Euro an. In Lebring-Jöss sollte ein Zentrum auf 5,8 ha mit Seminar- und Bürogebäude und fünf Pisten entstehen, ausgelegt auf 14.000 Kursteilnehmer pro Jahr und rund 6 Mio. Euro teuer; ein zweites, auf 3,2 ha und mit zwei Pisten, war in St. Peter-Freienstein bei Leoben geplant. Es gab auch einen zweiten Grund. Seit Januar 2003 galt in Österreich die Mehrphasenausbildung: In der zweiten Phase, bereits nach der Führerscheinprüfung, mussten Fahranfänger zwei Perfektionsfahrten und ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Anfang 2025 erklärte der ÖAMTC, es habe genau mit dieser Reform zusammengehangen, dass 2004 gleich drei seiner Zentren entstanden: Kalwang, Lang und Marchtrenk.
Das zweite steirische Zentrum entstand schließlich nicht in St. Peter-Freienstein, sondern in Kalwang, und nahm ebenfalls 2004 den Betrieb auf. Zwei Jahrzehnte später erinnerte der Bürgermeister von Kalwang, Mario Angerer, daran, dass es um diese Investition, um die sich auch St. Peter-Freienstein bewarb, ein „harter Kampf“ gewesen sei. Hubert Trattner, der frühere Leiter des Zentrums in Kalwang, meinte, dass die Steiermark statt eines Zentrums in Spielberg zwei bekommen habe und junge Fahrer die Pflichtausbildung fortan deutlich leichter absolvieren könnten.
Jöß, ein Feld an der Römerstraße
Die Gemeinde Lang im Bezirk Leibnitz besteht aus sechs Katastralgemeinden, eine davon ist Jöss. Die Website der Gemeinde erinnert daran, dass in römischer Zeit durch das Jößer Feld, das Feld des Dorfes Jöß, eine Straße erster Kategorie von Celeia nach Flavia Solva verlief; an der Kreuzung in Jöß steht bis heute ein steinernes Landesgerichtskreuz aus dem Jahr 1625, gleich bei der ehemaligen „Römerstraße“. Das Gemeindewappen zeigt Streifen von Wiesen und Feldern, vom Langaberg aus gesehen; eine solche Landschaft war laut der Gemeinde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts typisch für Lang.
Um die Jahrtausendwende begannen in der Umgebung Gewerbegebiete zu wachsen: 2000 wurde das Impulszentrum im benachbarten Lebring gegründet und mit der Erschließung des Areals in Stangersdorf begonnen. Auf der Website des Impulspark Lang-Lebring, des gemeinsamen Gewerbeparks der Gemeinden Lang und Lebring-St. Margarethen, wird das Jahr 2004 so beschrieben: „Mit der Niederlassung des ÖAMTC und dem Bau des Fahrtechnik-Zentrums Lang/Lebring siedelt sich westlich der Autobahn ein wichtiges Unternehmen an. Der Bekanntheitsgrad des Gebietes wächst.“ Der Club hatte sich mehr erhofft. Im Jahr 2003 schrieb er, dass sich die Umgebung des neuen Zentrums als weiterer Standort für den steirischen Automobilcluster eigne und dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft bereits die Firma Sensordynamics angesiedelt habe, die Sensoren für die Automobilindustrie entwickle, unter anderem für ABS und ESP. Die Adresse des Zentrums lautet Lang, aber die Abfahrt von der A9, über die man dorthin gelangt, heißt Lebring.
Eröffnung nach sieben Monaten
Der Plan vom Juni 2003 sah vor, den Bau bis zum Jahresende abzuschließen. Das Zentrum, damals ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum Steiermark genannt, wurde am Dienstag, dem 20. Juli 2004, nach sieben Monaten Bauzeit eröffnet. Die Eröffnung nahmen Landtagspräsident Reinhold Purr, der Präsident des ÖAMTC Steiermark Helmut Fallada und der stellvertretende ÖAMTC-Generalsekretär Christoph Mondl vor. Der Direktor des ÖAMTC Steiermark, Paul Fernbach, erklärte den Sinn der Investition so: „Die Verkehrssicherheitsarbeit des ÖAMTC setzt bei der besseren Ausbildung der Fahrzeuglenker an, um die Unfallursache Nummer 1, das menschliche Versagen, zu bekämpfen“.
Auf knapp 60.000 m² wurden fünf Pisten angelegt. Die Presseaussendung vom Eröffnungstag zählte computergesteuerte Wasserhindernisse, eine Hydraulikplatte für Schleuderübungen, eine Gefällestrecke, Gleitbeläge, die Beleuchtung des gesamten Geländes, die Geschwindigkeitsmessung auf den einzelnen Modulen und ein Offroad-Gelände auf. Junge Fahrer erhielten eine kostenlose Probemitgliedschaft im Club, und Mitglieder in der Mehrphasenausbildung, die kein eigenes Fahrzeug hatten, konnten nach Reservierung kostenlos ein Auto oder Motorrad für die Übungen bekommen. Für den 27. Juli kündigte der Club die Eröffnung des Zentrums in Marchtrenk in Oberösterreich an, und im gesamten Jahr 2004 sollten rund 90.000 Personen seine Zentren in Österreich durchlaufen.
In den Jahren, aus denen Daten vorliegen, kam das Zentrum in Lang nicht an die angepeilten 14.000 Kursteilnehmer pro Jahr heran. 2015 verzeichnete es 6550 Teilnehmer, 2016 7750, 2018 7700, 2019 7800 und 2022 über 8000; für 2023 nannte der ÖAMTC über 5600 Personen, darunter 1695 Teilnehmer der Mehrphasenausbildung. In den ersten zwanzig Jahren durchliefen das Zentrum 150.095 Personen. Auf seiner Website spricht der Betreiber von etwa 8000 Teilnehmern pro Jahr und bis zu 60 Kursteilnehmern, die gleichzeitig üben.
Rennfahrer als Instruktoren
Die Trainings des ÖAMTC sind aus dem Motorsport hervorgegangen. 1984 begann der Club die Zusammenarbeit mit dem dreifachen Rallycross-Europameister Franz Wurz; die Idee: Trainings, die bis dahin Rennfahrern vorbehalten waren, sollten der Verkehrssicherheit dienen, und als Instruktoren sollten erfolgreiche Motorsportler arbeiten. 1987 wurde in Teesdorf das erste österreichische Fahrtechnik-Zentrum eröffnet. Die heutige Website der Gesellschaft fasst es kurz zusammen: „Die ÖAMTC Fahrtechnik hat sich aus dem Rallye-Sport entwickelt.“
In Lang ist diese Herkunft am besten im Driften zu sehen. Trainings im kontrollierten Driften boten die ÖAMTC-Zentren seit dem Sommer 2004 an. 2009 organisierte der Club die erste österreichische Staatsmeisterschaft im Driften, die Dunlop Drift Challenge Austria: vier Läufe in seinen Zentren, darunter den zweiten am 12. und 13. Juni in Lang-Lebring. Die Punkterichter bewerteten Driftwinkel, Linie und Eleganz, was die Presseaussendung als „zu vergleichen mit »Dancing-Stars« für Autos“ beschrieb, und in die Wertung ging der beste von drei Durchgängen ein.
Der am besten dokumentierte Lauf in Lang fand am 14. und 15. Juni 2013 bei 35 Grad statt. Favorit war Lokalmatador Alois Pamper, vierfacher österreichischer Meister, der nach einem kleinen Fehler im ersten Durchgang jedoch erst auf dem sechsten Platz lag. Vor der entscheidenden Serie bot ihm der zweite Lokalfavorit, der österreichische Vizemeister Martin Köllinger, der keine Chance mehr auf einen vorderen Platz hatte, seinen Reifenvorrat an. Der Reporter von motorline.cc schrieb dazu: „Zumindest der Sieg sollte in der Steiermark bleiben.“ Pamper erhielt auf frischen Reifen die Höchstnote, fuhr die schnellste Runde und gewann die Tageswertung vor Mario Schopper und Thomas Graf.
Die Meisterschaft hatte auch im Zentrum selbst ihren Mann. Seit dem 1. Juli 2013 leitete es Gerald Beirer, vor Jahren freiberuflicher Instruktor des ÖAMTC, der seit 1992 in verschiedenen Rennserien startete und damals Rennleiter der österreichischen Staatsmeisterschaft im Driften war. Im Mai 2014 meldeten sich für den nächsten Lauf in Lang 50 Drifter an, und „Gery“ Beirer selbst kündigte einen Kampf um den Sieg in der großen Serienwagenklasse an. Im Frühjahr 2015 kam die Meisterschaft zum siebten Mal nach Lang; im Zentrum konnte man mit Pamper trainieren, und Porsche- und Ferrari-Fahrern brachte Herbert Pregartner, vorgestellt als „Vizeeuropameister in Bergrennen“, das Fahren bei hohen Geschwindigkeiten bei. 2021 war Pregartner in Lang Chefinstruktor. Der Betreiber betont bis heute, dass die Starter der österreichischen Staatsmeisterschaft im Driften hier „ganz besonders aktiv“ seien. Es ließ sich nicht klären, ob und wann nach 2015 Meisterschaftsläufe nach Lang zurückkehrten.
Ein Weltmeister im Büro des Zentrumsleiters
2003 trat der neunzehnjährige Kfz-Mechaniker Andreas Aigner zu den Ausscheidungen des Red Bull Driver Search an. Später sagte er: „Ich habe weder Kartsport betrieben, noch Rundstreckenrennen. Und ich habe damals auch noch nie eine Rallye live gesehen.“ Die Ausscheidungen fanden auf dem A1-Ring statt, und Aigner nannte es ein Glück, „dass die Sichtung auf dem Ring, also nicht allzu weit von mir zuhause stattfand“. In der ersten Runde fuhren 400 Kandidaten mit einem Volkswagen Lupo GTI einen mit Pylonen abgesteckten Kurs; nach der zweiten Runde, psychologischen und Fitnesstests sowie drei Tagen Fahrt im Škoda Octavia WRC am Erzberg wählte Red Bull zwei Fahrer aus, darunter ihn.
Fünf Jahre später gewann Aigner in Wales, beim Saisonfinale 2008, den Weltmeistertitel in der P-WRC-Wertung für seriennahe Fahrzeuge. Er fuhr einen Mitsubishi mit Beifahrer Klaus Wicha, hatte vor der Rallye sechs Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter und wurde im Ziel Zweiter seiner Klasse, obwohl ihm für den Titel ein dritter Platz genügt hätte.
Seit 2019 leitete Aigner das ÖAMTC-Zentrum in Kalwang, und am 1. Januar 2025 übernahm er auch Lang. Er folgte auf Franz Kleewein, der 21 Jahre im Unternehmen gearbeitet hatte, mehr als zehn davon als Leiter in Lang, und ihm als freiberuflicher Instruktor treu blieb. Der ÖAMTC stellt den neuen Chef als ehemaligen Rallye-Welt- und Europameister vor. Als im September 2024 beide steirischen Zentren ihr zwanzigjähriges Bestehen feierten, war es Aigner, der die Berechnungen des Clubs vorstellte: Laut ÖAMTC sei die Zahl der Pkw-Unfälle mit Personenschaden in der Altersgruppe der 17- bis 24-Jährigen in der Steiermark um 65,8 Prozent gesunken, wenn man die Durchschnitte der Jahre 2000–2002 und 2021–2023 vergleicht. Damit schließt sich ein Kreis: Auf dem A1-Ring, den der ÖAMTC nach der Übernahme der Strecke durch Red Bull verlassen musste, öffnete eine Sichtung von Red Bull einem jungen Mann den Weg, der mehr als zwanzig Jahre später das als Ersatz gebaute Zentrum übernahm.
Testgelände für den Automobilcluster
Die Hoffnung von 2003 auf die Nachbarschaft der Automobilindustrie kehrte Jahre später in anderer Gestalt zurück. 2018 arbeitete das Zentrum stärker mit Unternehmen des steirischen Mobilitätsclusters ACstyria bei Gesamtfahrzeugtests und Tests autonomer Autos zusammen, und laut der Leitung diente es Autoherstellern immer häufiger als Testgelände, auch für Komponententests. Am Dienstag, dem 18. August 2020, testete das Linzer Unternehmen Kontrol hier eine Software, die dafür sorgen soll, dass ein autonomes Auto die österreichische Straßenverkehrsordnung einhält. Ein Auto mit Fahrer an Bord erkannte Tempolimits von 50 und 30 km/h und umfuhr eine Fahrzeugattrappe, und Daniel Watzenig von der Technischen Universität Graz beschrieb den Versuch als Schritt in Richtung Zulassung solcher Systeme für Serienfahrzeuge. Aigner sagt heute ohne Umschweife: „Durch die Nähe zu Graz ist unser Zentrum zum Mittelpunkt der Fahrzeugerprobung des Autoclusters Steiermark geworden“.
Das Gelände diente auch weniger ernsten Zwecken. 2015 war hier eine Roadshow von Jaguar und Land Rover stationiert, und in den Jahren 2016 und 2018 schrieb das regionale Portal MeinBezirk unter Berufung auf den Leiter des Zentrums über eine Kartbahn, die als „längste Outdoor Kartbahn der Steiermark“ bezeichnet wurde, und über Firmen-Kartrennen. Auf der heutigen Liste der ÖAMTC-Zentren mit dem Angebot Kart Experience stehen Teesdorf, Melk/Wachauring, Saalfelden/Brandlhof und Innsbruck; Lang/Lebring steht nicht darauf.
Ein Kilometer griffiger Asphalt
Eine Rennstrecke gibt es in Lang nicht. Es gibt aber den Handlingparcours, einen Rundkurs von 1 km Länge, den der Betreiber als „Rundkurs, griffiger Asphalt, herausfordernde Kurvenkombinationen“ beschreibt. Fahrern mit eigenem Auto bietet der ÖAMTC hier das Dynamik Training PKW an, ein Training für jene, die das grundlegende Intensiv Training bereits absolviert haben. Geübt werden die Reaktion auf ein plötzliches Hindernis, das Schleudern in der Kurve und Aquaplaning, das in der Praxis nur in fünf Zentren trainiert wird, darunter Lang; der Instruktor steht per Funk mit dem Kursteilnehmer in Kontakt. Die Beschreibung des Trainings, für alle Zentren gleich, kündigt zum Abschluss eine Fahrt auf dem „selektiven Rundkurs“ an, auf dem alle Fahrmanöver „in rascher Abfolge unmittelbar hintereinander“ angewendet werden.
Der ÖAMTC zählt das Dynamik Training zu den Trainings im eigenen Fahrzeug. Die im Kurspreis enthaltene Gruppen-Kaskoversicherung greift subsidiär und erfasst ausschließlich in Österreich zugelassene Autos, bis zu einer Entschädigung von 3000 Euro, bei 400 Euro Selbstbehalt. Das eintägige Training in Lang kostete Anfang Oktober 2026 279 Euro, und die nächsten Termine waren für den 25. Oktober, 22. November und 13. Dezember 2026 sowie den 23. Januar 2027 angesetzt, jeweils für höchstens zehn Personen. Das ist ein Sicherheitstraining mit Instruktor, kein freies Fahren. Das Standard-Drift-Training führt der ÖAMTC ausschließlich in Teesdorf, Melk, Saalfelden und Innsbruck durch, Driften in Form von Einzeltraining ist aber in allen Zentren möglich. Auf der Website des Zentrums kündigt der Betreiber außerdem die Vermietung von Autos für die Dauer des Trainings an, von serienmäßigen Limousinen der Oberklasse bis zu für den Sport gebauten Wagen.
Drei von sechs Runden im Regen
Regelmäßig fahren auf den Rundkurs in Lang Autos ein, die um Jahrzehnte älter sind als das Zentrum. Oldtimertreffen sind hier laut Betreiber ein fester Programmpunkt, vor allem während der Südsteiermark Classic. Die in Gamlitz beheimatete Rallye begann 2001 als kleine Veranstaltung für Enthusiasten, heute starten bei ihr rund 160 historische Fahrzeuge der Baujahre 1920–1972; 2025 wurde am ersten Fahrtag, ab 15 Uhr, in Lang/Lebring die Sonderprüfung „Rundkurs ÖAMTC“ gefahren.
Der Donnerstag, 24. April 2025, brachte Starkregen. Ein Teil der Straßen wurde gesperrt, daher fuhren die Teams nicht nach dem Roadbook, sondern navigierten selbst zum Zentrum des ÖAMTC. Dort musste wie in den Vorjahren die Aufgabe bewältigt werden, drei von sechs Runden in einer genau festgelegten Zeit zu fahren, eine Aufgabe, die bei nasser Fahrbahn und schlechter Sicht laut den Veranstaltern „zur echten Nervenprobe wurde“. Viele Teams meisterten sie nach deren Angaben mit außergewöhnlicher Präzision, und die Vorkriegsklasse der gesamten Rallye gewannen Erich und Alexandra Hemmelmayer in einem Ford Coupé von 1929.
Quellen (37)
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